Letzte Änderung:

09.06.2003

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Auf dem Zugdach zur Teufelsnase

Eine Fahrt mit dem “mas dificil tren del mundo” - auf der kompliziertesten Bahnlinie der Welt !

Wohl eines der letzten Abenteuer auf den Schienen dieser Welt kann man in Ecuador erleben. Oder welcher Mitteleuropäer käme wohl auf die Idee, auf dem Dach eines Güterwagens zu reisen ? Und das noch am Fuß des Chimborazos vorbei ?!
 

Bahnreisen in Ecuador ist ziemlich außergewöhnliche Sache: anstelle es sich in den bequemen Sesseln der Pullmannwaggons gemütlich zu machen, fährt man auf dem Dach der Güterwaggons mit.

Majestetischer Chimbo vom Zugdach aus

Fuhren früher die Indios kostenlos auf dem Zugdach mit, so tun das heute die Touries. Die Indios hingegen nehmen den Bus, der ist dreimal schneller als die alte Eisenbahn. Was bleibt, ist eine Fuhre, bestehend aus drei Güterwaggons (mit Touristen auf dem Dach) und zwei Personenwagen (leer).

Die Fahrt ist eine wegen des misserablen Gleisbetts wackelige aber der Aussict wegen eine spektakuläre Fahrt.
 

Der Zug verläßt dreimal wöchentlich (Stand September 2002) um 6 Uhr morgens  Riobamba auf seine 104 km lange Fahrt zur Nariz del Diablo (Teufelsnase).

Dabei fährt der Zug am Fuß des Chimborazo aufwärts, überwindet mehrere Pässe, die knapp 3500m hoch sind, schlängelt sich über mehrere kleinere Hochebenen um dann im wahrsten Sinne des Wortes die Westseite der Anden "hinunterzusteigen". Zwischen Palmira und Huigra fällt die Strecke auf 50km über 2000m ab.
 

Die Teufelsnase - hier fährt der Zug im Zick-Zack runter

Dabei ereicht er auch Alausi, eine kleinere Stadt auf der Westseite der Anden in 2600m Höhe. Von Alausi an kraxelt der Zug über die Teufelsnase abwärts. Die Fahrt ist mehr als spektakulär: die Bahn fährt in einer nahezu senkrecht abfallenden Granitwand um eine Kuppe herum und muß auch noch in zwei Spitzkehren wenden! Wenn man sich die Felswand aus der Ferne betrachtet, so ist es eigentlich unmöglich, dort eine Bahntrasse zu verlegen...

 

Doch allein durch die Trassenführung in der Teufelsnase kann der Zug weit über 100m an Höhe gewinnen. Der Bahnreisende, vor allem der auf dem Dach sitzende, sollte allerdings wirklich schwindelfrei sein ! Die Gleislage tut ihr übriges dazu, das man froh ist, diesen spektakulären Teilabschnitt hinter sich zu haben. Wenn der Zug die Kehre bewältigt hat, wird die Lok umgesetzt, und der Zug fährt erneut über die Teufelsnase zurück nach Alausi.

Vorwärts und Rückwärts in der Feldwand

Leider ist die Strecke unterhalb der Teufelsnase Richtung Huigra durch einen riesigen Erdrutsch auf mehreren 100m weggerissen oder verschüttet. Eine Wiederherstellung scheint momentan aus finanziellen Gründen nicht möglich, daher kann der Zug nicht mehr bis hinunter zum Pazifik fahren.

Man arbeitet an Konzepten, wie die Bahn privatisiert werden kann. Schade ist nur, daß ein wunderbares Stück Eisenbahngeschichte verloren gehen wird, wenn nicht bald in die Strecke investiert wird.

Entlang der Trasse werden die Bahnhöfe zum Makrtplatz, wenn der Zug hält.

Fahrpreis

Riobamba - Alausi - Teufelsnase - Alausi:  11US-$

Alausi - Riobamba: 3,50 US-$

 
Reisetipps

Die Fahrt beginnt in Riobamba in 3000m Höhe am frühen morgen, der Zug fährt anschließend auf fast 4000m hinauf um dann bis auf 1400m hinunter zu fahren.

Man startet also in Eiseskälte, um unterhalb der Teufelsnase kräftig zu schwitzen. Sonnencreme und Kopfbedeckung zwingend notwendig !

Unbedingt auf der rechten Seite des Zuges (in Fahrtrichtung) sitzen, wenn man schwindelfrei ist. Bei der Fahrt über die Andenflanke sieht man oft nur seine Schuhspitzen und dann nichts mehr...bis zum Talgrund, der über 1000m tiefer liegen kann.

Der Zug verläßt Alausi Richtung Riobamba um 14 Uhr. Der Vorteil der Rückfahrt ist, daß man fast allein auf dem Dach sitzt, während das Dach auf der Hinfahrt überfüllt war.


Weitere Strecken in Ecuador

- Quito - Riobamba

Einmal pro Woche (So) fährt ein Zug von Quito zum Nationalpark Cotopaxi. Ansonsten ist der Betrieb der Strecke eingestellt.


- Quito - San Lorenzo

Im Bereich des Andenabstiegs fährt noch zweimal wöchentlich ein Ferrobus. Ansonsten ist die Strecke außer Betrieb


- Sibambe (Nariz del Diablo) - Quenca

Nach einem starken Unwetter 1990 geschlossen, durch El Nino im Bereich der Teufelsnase stark beschädigt.
 

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